Feteer Meshaltet: das goldene Gebäck vom ägyptischen Land

Hauchdünner Teig, immer wieder mit Ghee gefaltet und dann goldbraun und blättrig gebacken. Dazu Honig, Käse oder beides.

Wer von Kairo zu den Pyramiden von Sakkara fährt oder über die Landstraßen des Deltas, sieht überall Schilder für Feteer Meshaltet. Es ist Ägyptens großes Gebäck: ein runder, goldbrauner Fladen aus unzähligen Schichten, der warm, glänzend und blättrig auf den Tisch kommt.

Feteer Meshaltet: ein Gebäck aus Handarbeit

Bei Feteer kommt es ganz auf die Technik an. Der Teig wird gezogen, bis er fast durchsichtig ist, mit Samna, dem ägyptischen Butterschmalz, bestrichen und immer wieder übereinandergefaltet. Je mehr Schichten, desto besser. Dann wird er gebacken, traditionell in einem Lehm- oder Backsteinofen, bis er außen knusprig und innen weich und buttrig ist.

Einem Feteer-Bäcker bei der Arbeit zuzusehen, gehört zum Vergnügen dazu. Er wirft und dreht den Teig in der Luft, bis daraus ein großes, dünnes Blatt wird, und das alles in wenigen Sekunden.

Süß oder herzhaft

  • Süß: mit Honig, Zucker oder Asal Eswed, der dunklen Zuckerrohrmelasse.
  • Herzhaft: mit Weißkäse, gereiftem Käse (Mish) oder eingelegtem Gemüse.
  • Gefüllt: Moderne Feteer-Läden füllen ihn mit Käse, Fleisch, Gemüse oder sogar Schokolade und Sahne.

In den Dörfern steht Feteer für Gastfreundschaft und Feste. Man bäckt ihn für Gäste, bringt ihn als Geschenk zu Familienbesuchen mit und isst ihn zum Frühstück mit frischer Sahne und Honig.

Amwaj-Tipp: Viele Reisende probieren Feteer auf dem Weg nach Sakkara und Dahschur, wo kleine Dorfrestaurants ihn frisch backen. Teilen Sie sich einen zu zweit: Er ist gehaltvoller, als er aussieht.

Feteer Meshaltet bestellen: so gelingt der erste Besuch

In den Städten gibt es eigene Feteer-Läden, die man oft schon an dem offenen Ofen und dem Bäcker am Arbeitstisch erkennt. Viele von ihnen sind bis spät am Abend geöffnet, denn Feteer ist in Ägypten auch ein beliebtes Abendessen. Auf dem Land finden Sie ihn in kleinen Dorfrestaurants entlang der Straßen, wo er meist schlicht gebacken und mit Beilagen zum Tunken serviert wird.

Für den Einstieg empfiehlt sich der klassische, ungefüllte Feteer Meshaltet. Er kommt in Stücke geschnitten auf den Tisch, dazu kleine Schalen zum Tunken. So schmecken Sie den Teig und die Samna am besten heraus. Wer danach Lust auf mehr hat, probiert beim nächsten Mal eine gefüllte Variante aus einem Feteer-Laden.

Diese Fragen helfen beim Bestellen:

  • Süß oder herzhaft, oder beides zum Teilen?
  • Ein großer Fladen für den Tisch oder einzelne kleinere?
  • Mit Honig und Sahne oder mit Käse und Eingelegtem als Beilage?

Gegessen wird mit den Händen. Reißen Sie ein Stück ab, tunken Sie es in Honig, Melasse oder Sahne und essen Sie ihn möglichst warm, denn frisch aus dem Ofen ist er am blättrigsten. In Ägypten bestellt man Feteer selten nur für sich; er kommt in die Mitte, und alle greifen zu. Bleibt etwas übrig, lässt man es sich gern einpacken.

Feteer passt gut zu einem Tag mit Ihrem Reiseleiter, ob als spätes Frühstück auf dem Weg zu den Pyramiden oder als ruhiger Abschluss am Abend. Mehr über Ägyptens Küche und Regionen erfahren Sie auf der offiziellen Tourismusseite Ägyptens. Und wenn Sie dem Bäcker beim Werfen des Teigs zusehen möchten, fragen Sie einfach höflich, ob Sie fotografieren dürfen; die meisten zeigen ihr Können gern.

Titelfoto: Mohamed Ouda, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.